Wie das Haus entstanden ist
Eine wirklich ganz knappe Chronik
Am Beginn stand die Machbarkeitsüberprüfung durch die Architekten, da sämtliche Vorplanungen über ein konventionelles Bauentwurfsprofil hinausgingen.
Neben einer grundsätzlichen Standortanalyse („Ist 7-geschossiger Holzbau an diesem Ort überhaupt möglich?“) bedurfte es vor allem umfangreicher baurechtlicher, bausicherheits- und städteplanerischer Abstimmung mit zuständigen Berliner Behörden. Hinzu kamen Untersuchungen des Bauortes (Bodenaltlasten?), Recherchen zur historischen Grundstücksnutzung und zur Millieustruktur.
Da die aktuelle Fassung der Berliner Bauordnung (MBO 2002, Muster-Holzbaurichtlinie M-HFHHolzR) bisher lediglich bis zu 5-geschossige Holzbauten (Gebäudeklasse 4, OKF =/< 13 m) erfasste und der geplante Bau sieben Etagen (mit oberster Fussbodenhöhe von 19,4 m) umfassen sollte, waren genehmigungsrechtliche Einzelfallregelungen zu beantragen.
Abstimmungen mit dem zuständigen Bezirksamt Pankow von Berlin, mit Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und der Berliner Feuerwehr vor allem hinsichtlich der schnellen Erreichbarkeit im Brandfall eines Holzbaus dieser Größe konnten schliesslich positiv mit der Planung des externen Treppenhauses und kurzer Fluchtwege abgeschlossen werden.
Vor allem der Brandschutz rückte immer wieder in den Mittelpunkt von Diskussionen (auch später mit den zahlreichen Vertretern der Presse, die das Projekt begleiten).
Mit den Brandschutzingenieuren Dehne, Kruse & Partner wurde ein speziell auf die Esmarchstrasse 3 abgestimmtes Brandschutzkonzept erarbeitet und durch eine
gutachterliche Stellungnahme (GU III/B-06-059) der Materialprüfungsanstalt MFPA Leipzig GmbH bestätigt.
Für die ausführliche Diskussion der konstruktiven Besonderheiten, die sich aus dem für eine Holzbauweise grossen Bauvolumen ergeben, sowie die statische Abstimmung der Tragwerksplanung konnten schliesslich das auf Holzbau spezialisierte Statikbüro Prof. Natterer (Genf) sowie als Prüfstatiker Prof. Kreuzinger von der TU München, Lehrstuhl Holzkonstruktion, gewonnen werden.
Nach den grundsätzlichen Vorplanungen erfolgte eine umfassende Untersuchung geeigneter Haustechnik-Varianten zur Integration mit das Gesamtkonzept KfW 40-Standard (mit Nähe zum Passivhausstandard und optimalen Wärmespeicherqualitäten der Holzwandkonstruktion).
Zeitgleich wurden eine Fertigteilstruktur zur geschossweisen Montage der Versorgungsschachtbestückung sowie die notwenigen Funktionsprogramme für Haustechnik, Tragwerksplanung/Prüfstatik, Brandschutz, Behörden erstellt.
Nicht zuletzt folgte der Finanzierungsplan für die Kreditbeschaffung „aus einer Hand“ für die komplette Baugruppe.
Natürlich bevorzugt E3 „ökologische“ Kredite und freut sich, die Umweltbank in Verbindung mit dem ökologischen Wohnungsbauprogramm der Kreditanstalt für Wiederaufbau als Partner gewonnen zu haben, die zugleich eine integrale Leistungsplanung für alle BauherrInnen-Parteien gewährleisten.
Weiterer Kernpunkt der fortgeschrittenen Entwicklungsplanung war schliesslich die baureife Konzeption von Fertigteilen für die tragende Konstruktion: externes Stahlbetontreppenhaus, Übergänge, Stahlbetonschächte, komplette Holztragkonstruktion. Des weiteren die Entwicklung von Fertigteilen für alle Fassadenelemente, Deckensysteme (Holzbeton-Verbund) und Dachkonstruktionen, sowie Ausbaufertigteile für die nichttragenden Trennwände.
Der gesamte Rohbau sollte mithilfe von Elementierung und industrieller Vorfertigung seiner gesamten Bestandteile innerhalb von 10 Wochen errichtet werden können und zudem nur ein Verbindungselement für alle konstruktiven Knotenpunkte benötigen.
Nach Erteilung der Baugenehmigung konnte im Juni 2007 mit der Baustelleneinrichtung begonnen werden.
